Das leidige Thema Konservierung

Muss das denn sein? Konservierung?

Geht es nicht auch ohne und ist Konservierung immer automatisch schlecht (vorab – denken Sie mal an Ihre Marmelade – wurde im Sommer konserviert, damit sie auch im Winter was aufs Brot streichen können).

Fangen wir mal mit dem an, was wir essen oder trinken können, also Nahrung und Nahrungsergänzung, also auch unsere Aloe vera Trinkgels.

Alle Nahrungsergänzungen und alle verpackten Lebensmittel müssen in der EU konserviert sein, sonst bekommen sie keine Zulassung. Es gefällt mir daher immer, wenn jemand freudestrahlend mit einem Paket Schnittbrot „ohne Konservierungsstoffe“ daher kommt, das dann zwei Wochen hält ohne zu schimmeln. Oder Vitamin C aus der Dose „ganz natürlich“. Die Werte, die noch ein „nicht konserviert“ als Etikett erlauben, sind nur inzwischen in der EU so hoch, dass das immer mehr Firmen gelingt.

Produkte, die zum Beispiel aus Amerika kommen, müssen schon ein 0,000-Irgendwas deklarieren. Und dann gibt es die für den Kunden befremdliche Situation, dass auf einem amerikanischen Produkt (Nahrungsergänzung oder Kosmetik) die Konservierung angeführt ist, als 0,0 usw. auf dem europäischen Produkt, das viel mehr enthält, darf aber drauf stehen, ohne Konservierung. All die vielen „ohne Konservierung“ – Produkte wären nämlich innerhalb von Tagen ungenießbar oder verkeimt. Und glücklicherweise gibt es heute Konservierung. Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind mehr Menschen an verdorbenen Nahrungsmitteln gestorben als an den Folgen vieler Infektionen.

Unsere Trinkgels sind neben Ascorbinsäure (das ist Vitamin C) und Tocopherol (das ist Vitamin E) vor allem mit Natriumbenzoat (E 211) haltbar gemacht.
Hierbei handelt es sich um das Salz der Benzoesäure und eines der ältesten Konservierungsmittel, das die Industrie kennt. Man gibt es überall dort dazu, wo Produkte auf Grund ihres hohen Wassergehaltes schnell Schimmelpilze anziehen würden oder wo sich auch Hefepilze schnell vermehren würden. Viele Fertigsalate gehören dazu, genauso wie Schnittbrot, Mayonnaise, Marmeladen. Auch Honig enthält übrigens Natriumbenzoat, vorsorglich schon von den Bienen zugefügt, diesen kleinen Schlingeln.

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Dazu kommen die meisten Obstsorten, Beeren vor allem, Ananas, Mango. Aus solchen Früchten wird übrigens auch das Natriumbenzoat gewonnen, das unserem Aloe-Trinkgel zugefügt wird.

Reden wir nun über Obergrenzen:
Der bedenkliche Wert wurde mit 5mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Dies bedeutet, man müsste täglich 30 Liter Aloe trinken. Mehr denke ich, gibt es dazu nicht zu sagen. Außer vielleicht, dass Katzen noch viel empfindlicher auf Natriumbenzoat reagieren als der Mensch, weshalb man ihnen auch keinen Mayonnaise-Salat geben sollte. Können Sie sich den weltweiten Aufschrei vorstellen, wenn irgendeine Katze nach dem Genuss von Aloe tot umfallen würde?

Die nächste „böse“ Substanz, die wir anschauen wollen, ist die Zitronensäure. Sie wurde schon im 18. Jahrhundert entdeckt, und zwar, wie der Name schon sagt, als Bestandteil von Zitronen. Zitronen enthalten rund 7-9% reine Zitronensäure. Zitronensäure ist die am meisten verbreitete Säure im Pflanzenreich, kommt sie doch nicht nur in allen Obstsorten vor, sondern auch in Nadelhölzern, Pilzen, Tabak, Wein und sogar in der Milch.

Fast noch wichtiger aber, alle Lebewesen, die Sauerstoff atmen, also wohl auch der Mensch, produzieren ein Vielfaches an Zitronensäure bei jedem Atemzug. Diese Zellatmung hat von dem Zwischenprodukt Zitronensäure sogar einen der verschiedenen Namen erhalten, nennt man sie doch neben Zellatmung oder Krebs-Zyklus nach ihrem Entdecker auch den Zitronensäurezyklus.

Kann also eine Substanz, die wir bei jedem Atemzug selbst herstellen, die wir bei jedem Biss in einen Apfel zu uns nehmen, plötzlich schädlich sein, wenn sie sich in Aloe versteckt?

Schauen wir uns zur Sicherheit aber wieder die bedenklichen Obergrenzen an.
Ein 70kg schwerer Mensch müsste ca. 20 g zu sich nehmen, um Zitronensäure als selbstmordtauglichen Stoff zu verwenden. Auch dies wären viele Liter Aloe täglich.

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Und nun zur Kosmetik

Hier sind es vor allem die bösen Parabene, die in regelmäßigen Abständen, weil das Internet nichts vergisst und einer gern vom anderen abschreibt, immer wieder mal nach oben tauchen in der Bedenklichkeitsskala.

Parabene sind Substanzen (chemisch Ester), die in der Natur sehr häufig vorkommen, sozusagen als Natur eigener Haltbarmacher. Beispiele dafür sind Karotten oder Heidelbeeren, aber auch viele Blumen und Kräuter. Als Faustregel kann man sagen – je mehr Feuchtigkeit etwas enthält, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Natur Parabene dazu gepackt hat. Denn bei viel Feuchtigkeit ist die Gefahr groß, dass es zu Schimmelbildung und Fäulnis kommt.

Parabene werden seit 1920 zur Haltbarmachung verwendet, sind also eines der am besten erforschten Konservierungsmittel überhaupt. Inzwischen gibt es rund 500 Studien dazu und wären die alle so ausgegangen, dass Parabene ernsthaft unsere Gesundheit gefährden, hätte man schon längst drastische Verbote eingeführt. Immerhin sprechen wir von einem Zeitraum von fast 100 Jahren an Erfahrung.

Warum gelten sie denn dann plötzlich als böse?

Man wirft ihnen vor, sie könnten eventuell bei empfindlichen Personen Allergien auslösen. Das stimmt. Aber bei empfindlichen Personen kann so ziemlich alles eine Allergie auslösen, vor allem Cremen, die angeblich gar nicht konserviert sind, denn die bilden auf jeden Fall einen idealen Nährboden für Bakterien aller Art. Und wenn eine Firma Werbung dafür macht, dass ihre Produkte ohne Parabene auskommen, dann muss sie etwas anderes nehmen, vielleicht etwas, das viel weniger erforscht ist.

Nach allem, was wir heute wissen, haben wir in der Haut Enzyme, so genannte Esterasen, und die bauen Parabene relativ schnell wieder ab, so dass sich nichts anreichert und auf längere Sicht etwas kaputt macht. Parabene akkumulieren auch nicht, das heißt, wenn man mehrere Tage hintereinander diese Stoffe aufträgt, sammelt sich nicht so viel, dass sich die Menge addiert. Und der obere noch völlig unbedenkliche Wert ist laut EU 10mg pro Kilogramm Körpergewicht. In fast allen Kosmetika sprechen wir von Bereichen von Mikrogramm!

Parabene benötigt die Natur also, wenn etwas ganz viel Feuchtigkeit enthält. Und natürlich ist klar, bei Produkten mit einem so hohen Feuchtigkeitsgehalt wie unseren Aloe-Produkten, ist dies eher der Fall, als wenn bei einer billigen Creme nur Null-Komma-Irgendwas an Aloe enthalten ist.

Falls also irgendwer unsere Cremen mit anderen vergleicht – bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wie viel Feuchtigkeit enthält und spendet dein Produkt? So viel wie unseres? Dann wirst du um Parabene nicht herum kommen. Oder du sagst mir, welches Konservierungsmittel dein Produkt stattdessen nimmt. Keines? Viel Spaß!

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Und ganz ehrlich, ich hab zwei Jahre lang meine Kosmetik selbst gerührt, ich würde auf meine Neurodermitis vorbelastete Haut kein Produkt lassen, das mir nicht nachweist, wie man das mit den Keimen in den Griff bekommen hat. „Ganz natürlich“ funktioniert nämlich nur bei sehr fetten Cremen, bei einem hohen Feuchtigkeitsanteil wie 70% Aloe vera funktioniert es nicht. Und ich würde auch nur ungern eine teure Creme kaufen und mir dann vorschreiben lassen, dass die gerade mal 4 Wochen im Kühlschrank haltbar ist.

Um es einfach mal knallhart auszusprechen: Mit irgendwas und irgendwie muss es haltbar gemacht worden sein, sonst hätte die Firma, die es vertreibt in der EU keine Zulassung bekommen. „Ohne Konservierung“ ist also nicht wirklich ein Qualitätsmerkmal. Vielleicht ist nichts eingefüllt, dafür aber erhitzt oder sonstwie chemisch behandelt. Und gerade diejenigen, die laut danach schreien, alles nur Natur, wären die ersten, die sofort aufheulen und zum Konsumentenschutz rennen würden, falls solch ein Produkt tatsächlich eine Allergie, eine Entzündung oder Schlimmeres auslösen würde. Man will Duschen und dabei nicht nass werden. Und ich bin sehr froh, dass mein Partnerunternehmen ehrlich ist, das schätze ich.