Frisch oder konserviert?

Wichtig ist auch, dass die Blätter, wenn sie einmal geerntet sind, möglichst schnell verarbeitet werden. Man hat festgestellt, dass der Gehalt an wichtigen Nährstoffen innerhalb von sechs Stunden ganz rapide absinkt. Mich amüsiert es daher jedes Mal, wenn ich irgendwo höre oder lese, Säfte von „frei wachsenden“ Urwaldpflanzen, seien besser. Ich stelle mir dabei bildlich vor, wie lange diese abgeschnittenen Blätter wohl auf Lastwagen über holprige Urwaldpfade transportiert werden, bis man sie endlich weiterverarbeitet. Abgesehen davon, dass solche kleinen Ansammlungen von Aloe-Pflanzen den Weltbedarf an Saft nicht einmal annähernd decken könnten. Übrigens genauso wenig wie die angeblich 100%igen Aloe- Säfte aus Gran Canaria und Co. Sicher wissen Sie, wie klein diese Inseln sind, wie viele Touristen jährlich freudestrahlend mit einem „reinen” Aloesaft nach Hause fahren und dann enttäuscht sind, wenn die versprochene Wirkung ausbleibt. Einfach zum Nachdenken!

Große seriöse Anbieter besitzen heute riesige Plantagen und die Verarbeitungsstätten und Abfüllanlagen gleich daneben, so dass es zu keinem Nährstoffverlust kommt.

Und damit komme ich zum Thema Haltbarmachung, dies war nämlich bis vor ungefähr 70 Jahren das große Problem, warum sich Aloe vera Produkte am Markt nicht etablieren konnten. Und passend dazu wollen wir auch beleuchten, warum gute Produkte ihren Preis haben.

Immer wieder ist ein großes Thema rund um die Pflanze die Haltbarmachung. Es leuchtet sicher ein, dass ein Produkt mit so viel Feuchtigkeit sehr schnell schimmelt oder Bakterien anlockt. Daher schreiben alle Gesetze der EU auch vor, dass Produkte, die als Nahrungsergänzung zugelassen werden, unbedingt nachweisen müssen, wie sie das denn mit der Konservierung gelöst haben. Und wenn mir jemand stolz eine Flasche bringt, ganz ohne Konservierungsstoffe, dann muss ich fragen, und wie denn sonst hast du es gemacht? Viele Firmen arbeiten dann stattdessen mit Ultrahoch-Erhitzung, und dabei gehen definitiv alle Inhaltsstoffe kaputt. Genauso wie bei Gefriertrockung und Pulverisierung, nur um es dann später wieder mit Wasser aufzugießen. Wie krank muss man sein, um solch eine geniale Pflanze, die man praktisch direkt aus dem Blatt essen könnte, zuerst zu Pulver zu zerreiben und dann wieder mit Wasser zu verdünnen? Für mich eine Vergewaltigung der Pflanzenseele.

Und das gleiche gilt natürlich auch für Cremen und andere Kosmetik. Der hohe Gehalt an Feuchtigkeit braucht eine Konservierung, denn sonst wäre dies grob fahrlässig für unsere Haut. Und da Aloeprodukte vor allem für geschädigte, empfindliche, kranke Haut verwendet werden, ist dies natürlich noch wichtiger. An meine ehemalige Neurodermitishaut würde ich nichts lassen, wo mir nicht eindeutig nachgewiesen wurde, wie man das mit der Bakterienbesiedlung denn eigentlich in den Griff bekommen hat.

Gute Produkte kosten Geld. Denn gute Produkte, gleichgültig ob als Getränk oder in der Kosmetik, enthalten auch tatsächlich hohe Prozentzahlen an Aloe. Bei Getränken sollten dies mindestens 90% sein (Achtung, auch wenn 10% Aloe nur mit Wasser verdünnt wurden, darf auf dem Etikett stehen, 100% reine Aloe vera, denn Wasser muss nicht deklariert werden), und bei Cremen, die sich Aloe-Creme nennen (und nicht nur Creme mit Aloe), sollte Aloe vera als Wirkstoff immer an erster Stelle der Zutatenliste stehen.

Und schließlich noch: Wir verlangen zu Recht eine gute Bezahlung und Behandlung von ausländischen Arbeitern. Was glauben Sie, wie viel ein Plantagenarbeiter irgendwo in der Dominikanischen Republik verdient, wenn das Endprodukt bei uns im Reformhaus nur ein paar Euro kostet?