Warum macht Eiweiß schlank?

leicht-sein

Es gibt eine Möglichkeit, die nichts mit Zauberei zu tun hat, immer garantiert wirkt und bei der Sie nicht hungern müssen. Das Geheimnis, das eigentlich keines ist, heißt: „Eiweiß“

Ein wenig Hintergrundinfo

Keine Angst, ich will Sie nicht mit der gesamten Ernährungslehre quälen, aber wenn man weiß, warum etwas wirkt und wie man die Wirkung unterstützen kann, fällt einem alles noch leichter. Daher möchte ich Ihnen hier mal kurz erklären, was eigentlich so passiert, wenn wir was essen.

Wir sind keine Kannibalen – daher geht es beim Essen um die geradezu unglaubliche Herausforderung, aus allem, was wir uns in den Mund stecken und was ja völlig artfremd ist, etwas Körpereigenes zu basteln.

Stellen wir uns unser Essen mal wie lauter Lego-Gebilde vor, dann geht es zuerst einmal darum, alles zu zerkleinern in einzelne Steine. Und jetzt haben wir drei große Gruppen von Legosteinen, die nennen wir Kohlehydrate, Fette und Eiweiß.

Aus Kohlenhydraten und Fetten erzeugt der Körper Energie. Wofür? Natürlich auch dafür, dass wir mal dem Bus nachrennen können. Noch mehr aber, dass alle unsere Organe funktionieren und am meisten dafür, Feuer zu machen und es schön warm zu halten. Denn selbst wenn es an einem sehr kalten Wintertag draußen Minusgrade hat, soll es ja drinnen 37 Grad Körpertemperatur haben.

Wir nehmen also unser Essen, schön klein zerteilt, und was brauchen wir dann noch? Sauerstoff natürlich, das bekommen wir beim Atmen. Und ein Streichholz, das ist unser Schilddrüsenhormon. Wenn das fehlt, können wir schlecht Feuer machen. Bestimmt haben Sie ja schon mal gehört, dass Menschen, die ein Problem mit einer Schilddrüsenunterfunktion haben, Gewicht zunehmen oder schlechter abnehmen. Jetzt wissen Sie warum – der zündende Funken fehlt. Aber Achtung – mangelnde Schilddrüsenhormone sind keine Ausrede für alles;-))

Fette und Kohlehydrate eignen sich also zum Verheizen, wobei der Körper das lieber mit Kohlenhydraten tut, Fette speichert er gern für Notzeiten. Auf den Hüften zum Beispiel. Fette lassen sich nämlich schön stapeln, Kohlenhydrate sind sperrig. Der Körper hat dafür zwei verschiedene Tanks bereitgestellt, wobei der für Kohlenhydrate nur recht klein ist, der für Fett nahezu unbegrenzt groß. Und die Regel ist nun: Zuerst wird immer alles im Kohlehydrattank verbrannt. Erst wenn der ziemlich leer ist, dann geht’s ans Fett. Wenn wir also jetzt einfach warten würden, bis der kleinere Tank leer ist, müsste der Körper irgendwann Fett verbrennen.

Nur – wir warten nicht. Wir füllen ihn. Immer. Durch kleine oder auch größere Zwischenmahlzeiten. Und dabei geht’s nicht einmal nur um gesund oder nicht gesund. Denn zu den Kohlenhydraten gehören nicht nur Kuchen und Schokolade, sondern auch Brot, Milch, Obst und Gemüse. Auch von zu viel Obst kann man theoretisch dick werden, wie jeder Igel im Herbst beweist. Und bei uns werden es ganz viele Menschen von Milch und Milchprodukten. Ein Liter Milch enthält nämlich rund 50g Zucker, das sind rund 17 Stück Würfelzucker.

Aber auch hier, nicht übertreiben, wir brauchen Kohlenhydrate für unser Gehirn und dafür, überhaupt erst einmal Feuer zu erzeugen, Kohlenhydrate sind nämlich eher wie Papier, Fette sind dicke Holzstämme oder Briketts. Versuchen Sie mal aus dem Stand einen Baumstamm mit einem Streichholz anzuzünden. Also, wir brauchen Kohlehydrate, aber das müssen keine sein aus Zucker und Süßigkeiten, sondern aus Gemüse, Vollkornprodukten oder ein wenig Obst.

Und dann, ja, dann verbrennt der Körper irgendwann mal Fette, denn es bleibt ihm nichts anderes übrig. Jetzt wissen Sie, was es damit auf sich hat, dass die Diäten, die nachweislich am besten funktionieren, eher die Kohlenhydrate weglassen als das Fett.

Print
ernaehrungsbewusst
Glass with Soy Milk and Seeds on wooden background